Serie: IT Offshoring

Teil 3: Sie sollten eine Sourcing- / Offshoring-Strategie haben. Jetzt!

Wenn Sie in letzter Zeit versucht haben, neue IT Mitarbeiter einzustellen, haben Sie sicher gemerkt, dass es schwieriger wird. Es sei denn, Sie sind zufällig bei Google oder Amazon Web Services. Sollten Sie dann noch unter den Gehaltsstrukturen etwa des öffentlichen Dienstes leiden oder noch mit einem Haufen von Altsystemen in Cobol auf Mainframe kämpfen, wird es richtig schwierig. Und bei den Hype-Themen wie Data Science, Blockchain, Mobile, Cloud etc. ist der schon lange zitierte War for Talents endgültig ausgebrochen.

Und in absehbarer Zeit wird es mit Sicherheit noch deutlich schwieriger, diese Ressourcen zu gewinnen – mindestens in Deutschland – da in Zeiten der Digitalisierung deutlich mehr Mitarbeiter mit diesen Qualifikationen auch außerhalb der klassischen IT benötigt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der Studienabgänger in den relevanten Fächern (Informatik, Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurswissenschaften) sinkt.

Selbst wenn Sie externe Dienstleister finden, die Ihre vorher intern geleistete Arbeit übernehmen, müssen Sie sich längerfristig darauf vorbereiten, denn die Dienstleister in Deutschland werden unter den gleichen Engpässen leiden wie Sie. Es hat sich bereits vielfach erwiesen, wie teuer und wie schwer kontrollierbar es wird, wenn ich meine IT und Prozesslandschaft nicht ordentlich sortiere, bevor ich sie nach außen gebe. Weiterhin benötigen die internen Ressourcen meist andere Skill-Profile, wenn ich größere Arbeitspakete nach außen gebe. Will oder muss ich zusätzlich ins Ausland gehen, gar nach Offshore, sind weitere Prozess- und Skill-Verbesserungen notwendig.

Dabei sollte man die Zeit und den Aufwand für die Vorbereitung auf ein effektives und effizientes Sourcing keinesfalls unterschätzen. Deshalb rate ich dringend vor allem den Unternehmen, die sich bis jetzt noch gar nicht in irgendeiner Form systematisch mit dem Thema Sourcing beschäftigt haben, jetzt eine Strategie dafür zu entwickeln: Wo stehen Sie heute? Wie könnte ein mögliches Zielbild aussehen? Wie sehen Wege und Mittel aus, um dahin zu kommen? Wenn Sie sich einen solchen Masterplan neben Ihre jährlichen IT Planungen legen, werden Sie mit jedem zukünftigen Projekt – durch die Auswahl von Partnern, Werkzeugen und Technologieplattformen – Ihrem Ziel näherkommen. Und gleichzeitig können Sie das Ziel selbst durch die gemachten Erfahrungen immer wieder anpassen.

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Rainer Janßen

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