Was sich ändern muss, damit ich wieder CIO werden will

8. Zukunftswunsch: Echte Diversity hält im Management Einzug

Eine Gruppe Top-Manager macht während eines Workshops eine Übung zum Team-Building. Sie sollen die Höhe des Fahnenmastes vor dem Seminargebäude bestimmen. Sie schleppen eifrig Tische und Stühle nach draußen und bauen einen immer wackliger werdenden Turm, aber es reicht nicht bis zur Spitze des Mastes. Da kommt ein Ingenieur um die Ecke und fragt, was sie da machen. Er hört es sich an, lässt sich Werkzeug geben und schraubt am Boden die Befestigungsschrauben des Mastes los, legt ihn flach, misst ihn am Boden liegend, teilt das Ergebnis (13,20 m) mit und verschwindet. Die Manager schauen sich an und einer meint: „Deshalb nehmen wir die nicht in den Vorstand! Wir wollten die Höhe wissen und er sagt uns wie breit der Mast ist!“

Wir reden heute soviel über Diversity in den Führungsgremien, aber immer über äußerliche Diversity, also Geschlechter, Nationalität, Alter etc. Dabei ist es doch viel wichtiger, Menschen mit unterschiedlichen Denkstrukturen und Erfahrungswerten in den Gremien zu haben. Wenn diese Diversity vorhanden wäre, dann brauchte man auch nicht immer darüber philosophieren, ob denn der CIO im Vorstand sein müsste, weil auf jeden Fall jemand da ist, der Verständnis für die Denke des CIO hat. Dies stellen die anderen Kriterien keineswegs sicher, so haben wir in der IT Branche genug Topmanagerinnen erlebt, die keineswegs eine neue Denke in ihre Unternehmen hereingebracht haben.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin sehr dafür, dass die Chancengleichheit verstärkt wird, aber für die Organisationen ist es nicht so wichtig, ob verschiedene Geschlechter, Nationen etc. in der Führungsebene vertreten sind, sondern ob verschiedene Denkstrukturen vertreten sind.

Rainer Janßen

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