Wie CIOs in die Erfolgsspur zurückfinden

Der letzte Teil dieses posts setzt die Ideen zur neuen Rolle des CIO fort, diese Komponenten sind Grundvoraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Zukunft: Zurück in die Erfolgsspur!

Freiräume schaffen!

  • Das unbedingte Festhalten an Aufgaben, die von spezialisierten Partnern besser erledigt werden können, bedeutet Kompetenzen für Wichtiges zu verlieren und Freiräume für Neues nicht zu nutzen.
  • Legacy-Projekte mit längerer Restlaufzeit sollten sehr kritisch daraufhin geprüft werden, ob die erwarteten Ergebnisse noch der ursprünglichen Zielsetzung entsprechen und/oder dann technisch bereits überholt sein werden.
  • Freiräume zu schaffen heißt auch, Mitarbeiter an die neuen Herausforderungen heranführen zu können und die Zukunft der Organisation zu sichern.
  • Kluges, risikoarmes Outsourcing ist heute Standard und kann die benötigten Freiräume schaffen.
  • Cloudlösungen bieten neue Funktionalitäten, die weite Bereiche der Digitalen Transformation erheblich unterstützen. Pragmatische Nutzung ist erfolgreicher als ängstliche Verweigerung.

Innovationsfähigkeit erreichen! 


Innovationsmanagement wird Kernkompetenz aller zukunftsfähigen Organisationen

  • Persönlichen Innovationen Gehör und Kraft zu verschaffen, ist ein erster Schritt zur 
Verbesserung des internen Innovationsklimas.
  • Querdenken fördern und diejenigen belohnen, die aus Misserfolgen und Fehlern lernen: 
diese Maßnahmen helfen ebenfalls.
  • Innovation erfordert Führung, Vorbildfunktion und die Fähigkeit, Visionen zu kreieren und 
Aufbruchsstimmung zu erzeugen.
  • Erfahrungen mit Methoden und Philosophien wie z.B. Design Thinking müssen erarbeitet 
werden,
  • CIOs sollten jede Gelegenheit nutzen, Ideen herauszufordern und sich Impulse aus 
Gesprächen mit anderen Branchen holen. Vertraute, persönliche Netzwerke sind ein 
Mittel der Wahl.
  • Erfahrungsgemäß ist die eigene Organisation unfähig, mit möglicherweise disruptiven 
Ideen erfolgreich umzugehen. Ein klarer, unvoreingenommener Blick von außen kann helfen, Ideen nach vorne zu bringen.

Kommunikationsfähigkeit!

Der CIO möchte Wegweisung im Portfolio der technischen Innovationen geben, dazu muss er selbst in der Lage sein, Neuerungen zu identifizieren und zu bewerten. Neben den fachlichen Fähigkeiten und dem Verständnis der Geschäftsmodelle stellt dies hohe Anforderungen an die persönlichen Fähigkeiten hinsichtlich Methodik, Delegation und Teamfähigkeit. „Mein Vorgesetzter versteht einfach zu wenig von IT“. Dieses einfache Statement zeigt sehr anschaulich die Problematik der Kommunikation in vielen Unternehmen zwischen CIO und dem Top-Management.

Die Botschaft entsteht beim Empfänger. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu, erstaunlicherweise findet sie häufig nicht die erforderliche Aufmerksamkeit und Umsetzung.

Erfolgreiche Kommunikation setzt voraus, dass Klarheit über die Motivation und Denkweise des Partners besteht. Die Motivation eines vorgesetzten CxOs dürfte nur in sehr seltenen Fällen darin bestehen, technische Zusammenhänge der IT zu verstehen.
 Welche Geschäftsmöglichkeiten eine vorgeschlagene Maßnahme ermöglicht, welche Fortschritte z.B. bei der Prozesseffizienz erreicht werden können, Risikobegrenzung: Das sind die Themen, die einen CIO auf Augenhöhe bringen.

In den frühen Jahren der IT (damals noch „EDV“) mag es möglich gewesen sein, durch die Verwendung von komplizierten Fachbegriffen die Bedeutung der EDV als die Zukunftstechnologie schlechthin zu unterstreichen. Hilfreich war es auch seinerzeit nicht. Heute gefallen sich manche CIOs (aber nicht nur diese) in der Aneinanderreihung oftmals stark erklärungsbedürftiger Abkürzungen und Begriffe. Dies erzeugt bei dem Empfänger der Botschaft vielleicht Aufmerksamkeit, ob es das notwendige Vertrauen zwischen den Gesprächspartnern fördert, ist eher unwahrscheinlich.

Zuhören ist eine gute Strategie, um etwas über die Motivation des Gegenübers zu erfahren. Im Übrigen: Kommunikation kann man – auch mit externer Hilfe – trainieren.

Der „neue“ CIO

Nur auf den ersten Blick erscheint die Zukunftsperspektive der CIOs eher düster. Die Digitale Transformation eröffnet eine Fülle neuer Geschäftsmöglichkeiten. Phantasie, neue Methoden, verändertes Denken und angepasste Entwicklungsprozesse sind einige der unverzichtbaren Komponenten zum Erfolg.
 Nachhaltigkeit der Wertschöpfung erfordert zusätzlich gerade in Anbetracht der hohen Veränderungsdynamik zwingend ein Höchstmaß an Flexibilität der (IT-) Architekturen und exzellente Integrationsfähigkeit.

Dies ist zweifellos die Domäne der IT-Organisationen. Die zukünftige Konzentration auf diese fachlichen Herausforderungen ist essentiell, wird jedoch nicht allein ausreichen, den CIO und seine Organisation wieder zurück in eine Treiberrolle zu bringen. CIOs müssen sich wohl von manch traditioneller Denkweise befreien, die Passgenauigkeit der eigenen Persönlichkeit mit der erwarteten Rolle prüfen, sich Freiräume für Neues schaffen und Innovationsmanagement als Kernkompetenz begreifen. 
Insbesondere kann ein verändertes Kommunikationsverhalten ein Schlüssel zur Verbesserung der eigenen Vertrauensstellung im Unternehmen sein.

CIOs, denen diese Anstrengungen gelingen, werden in der Erfolgsspur bleiben oder wieder dorthin zurückkehren. Dieser „neue“ CIO ist als ein Garant für die Nachhaltigkeit der Ergebnisse der Digitalen Transformation nicht zu ersetzen.

Olaf Roeper

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Olaf Röper

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